Von UFOs, Wolken und anderen Merkwürdigkeiten

Es gibt Tage, da wache ich auf und fühle mich beobachtet. Ein eigentümliches Rauschen liegt in der Luft, eine fast unhörbare dynamische Stille, als hörte ich einen Schrei aus der Vergangenheit, dessen Schallwellen immer noch da sind. 

An solchen Tagen halte ich mich gern im Garten auf. Ich lege mich aufs Gras, schaue hoch in den Himmel und suche ihn nach verborgenen Lichtern ab. Vielleicht gibt es sie ja doch. Unknown Flying Objects, UFOs. Wenn ich wüsste, wie sie aussehen, würde ich sie sicher auch erkennen. Dafür nehme ich manchmal etwas anderes wahr: Ein flackerndes Licht, irgendwo zwischen Wolken, Wind und All. An einigen Tagen ähnelt es einem winzigen Regenbogen, an anderen einer riesigen violetten Wolke oder einem grauschwarzen Donner, der Funken sprüht. UFOs haben viele Gesichter.

Wenn meine Augen und Ohren eines Tages schwächer werden, sehe ich wohlmöglich klarer..

Schlussendlich werde ich irgendwann ohnehin vor die Wahl gestellt, verrückt oder weise zu werden.

Und es wird der Tag kommen, an dem Körper und Sinne aufhören zu funktionieren. Dann werde ich ihnen vielleicht begegnen.

Hunderten, Millionen, Milliarden von UFOs, denen die Schreie aus der Vergangenheit folgen. Lautlose Wellen, die sich für einen kurzen Moment  in klangvolle Stille verwandeln.

Doch dann fliegen die UFOs weiter und die Schreie werden lauter. Sehr laut. Ein unendliches Gebrüll, das nicht aufhört

Spätestens dann wird mir klar werden, dass mein Glaube, irgendwann zu Stille zu werden, ein Irrtum war.

Das Leben ist ein Tanz, kein Totengebet.


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