Terrassentür

„Du hast die Terrassentür aufgelassen.“ Das war Karo. Er redet also wieder mit mir, nach 14 Tagen  hartnäckigen Schweigens. „Ich habe die Terrassentür nicht aufgelassen“, antwortete ich, „sie ist von selbst aufgegangen.“ „Warum hast du sie dann nicht geschlossen.“ „Weil draußen Frühling ist“, antworte ich.  „Auch nachts?“ Er wirft mir einen ironischen Blick zu. „Nachts hättest du sie genauso zumachen können“, sage ich, „da arbeitest du ja nicht.“ Er steht vom Frühstückstisch auf und geht wieder mal in sein Homeoffice.  „Tür zu!“, schreie ich sicherheitshalber hinter ihm her, doch da hat er sie bereits mit einem lauten Knall hinter sich ins Schloss fallen lassen. Die Gläser klirren in der Anrichte und Schlafgut öffnet für eine Millisekunde ihr linkes Augen. Ich schaue hinaus in den Garten. Die Terrassentür ist immer noch auf. Vielleicht geht sie ja von alleine wieder zu. 

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