Psychologie

 

Gestern hatte ich ein langes Gespräch mit Schlafgut, unserer Bulldogge. Ich hab das Tier eigentlich sehr gern, doch ihr Gekeuche bei Nacht, die Hundehaare und Schleimfäden, die sie bei ihren nächtlichen Touren auf unserem Esstisch und anderen Möbelstücken hinterlässt, gehen mir auf die Nerven.  „Ich kann nicht ständig hinter dir her wischen“, herrsche ich sie an. Schlafgut öffnet kurz ihr linkes Auge. „Wieso denn nicht?“ „Ich hab besseres zu tun.“ „Dann lass es bleiben.“ „Hundehaare auf einer Tischdecke sind nicht hygienisch“, gebe ich ihr zu verstehen. Sie gibt ein tiefes Grunzen von sich, ähnlich wie ein Bauchredner. „Ich schlaf doch auch bei euch im Bett.“  Ich stoße einen leisen Schrei aus. „Untersteh dich.“ „Tagsüber“, ergänzt sie. „Wenn Laraina und Karfiol in der Schule sind, Karo im Büro arbeitet oder du in der Küche am Laptop sitzt.“ So einen langen Satz hätte ich ihr nicht zu getraut. „Du schwindelst“, widerspreche ich. „Wir machen immer die Tür zu, wenn wir nicht im Zimmer sind.“ „Ich komm trotzdem rein.“ Die Dogge reißt ihre Maul auf, als würde sie gähnen. Dann legt ihren Kopf zwischen ihre Vorderpfoten, schließt die Augen und beginnt laut zu schnarchen. Das Gespräch ist beendet.

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