Mikrometertakt!

Den ganzen Tag schon war ich sauer. Keine Ahnung warum. Trotzdem habe ich gelächelt. Karo hat seinen Guten-Morgen-Kuss bekommen und Larainas Katastrophen-Outfit kommentierte ich mit: „Wirklich besonders, Liebes.“ Selbst Schlafguts Gesabber belohnte ich mit einem Lächeln, was ihr jedoch egal zu sein schien.  Als ich später dem Elektriker erklärte, dass die neue Leitung für Karos Homeoffice nicht durchs Schafzimmer laufen sollte, lächelte ich immer noch. Auch dann, als er mir erklärte, dass es zum Schlafzimmer keine Option gibt. Mittags taten mir bereits die Mundwinkel weh.

„Kann man vom Lächeln Muskelkater bekommen“, fragte ich Karoline, meine Nachbarin, die ich beim Shoppen auf dem Marienplatz zufällig traf. „Gibt es Muskeln in den Mundwinkeln?“ fragte sie zurück. „Das genau wollte ich von dir wissen“, erwiderte ich.

Später fuhr, nein stand ich von München nach Hause. Stossstange an Stossstange und neben mir auf der Zubringerspur jede Menge andere Autos. Doch ich lasse niemanden rein. Verbissen verteidige ich meinen Platz. Da hilft kein Blinken, kein Hupen und auch kein Stinkefinger! Mit konzentrierter Miene starre ich auf die Stossstange meines Vordermanns. Sobald sie sich einen Mikrometer vorwärts bewegt, bewege auch ich meinen Wagen im Mikrometertempo. Larymond first. Hab mich lange nicht mehr so gut gefühlt!

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