Die Sache mit dem Weihnachtsmann

 

Ich glaube an das, was ich sehe. Aber nicht alles, was meine Augen wahrnehmen, sehe ich auch. An Klapperstörche, die Babys bringen, glaube ich zum Beispiel nicht. Auch der liebe Gott gehört nicht dazu. Vermutlich weil er gar nicht so lieb ist, wie meine Eltern mir weismachen wollten. Damals, als ich noch am Daumen lutschte und Windelhosen trug.

Beim Weihnachtsmann ist das anders. Ich bin ein bekennender Fan und glaube fest an seine Existenz, wenn er zu Weihnachten durch die Einkaufspassagen stapft. Ich liebe seinen langen, weißen Bart und seinen schönen, roten Mantel. Mir gefällt, dass er umweltfreundlich mitten im Wald wohnt, wahrscheinlich in einer Holzhütte ohne Strom und den üblichen Schnickschnack. Er muss ein ziemlich charismatischer Typ sein, dieser Weihnachtsmann und ein Marketing-Genie dazu. Bringt er doch einmal im Jahr die halbe Menschheit dazu, wie verrückt in die Geschäfte zu laufen und einzukaufen: Nicht um sich selber, sondern um ANDEREN eine Freude zu machen. Und für diesen Wahnwitz lieben die Leute ihn noch! Selbst meine Kinder! Wer allerdings nicht nach seiner Pfeife tanzt, den sucht er persönlich auf, samt Rute – und wird dafür nicht einmal rechtlich belangt. Ein einmalig genialer Typ! Gäbe es ihn nicht bereits, würde ich ihn sofort erfinden.

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